Familienverband Luyken



Chronikblätter 1966 (Band V)
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Ludwigshafen, 3.1.2011



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Wesen besonders entsprach. So übernahm sie 1943 auch gern die Leitung der evangelischen Frauenhilfe in Obrighoven. Sie war jederzeit bis an ihr Lebensende in ihrer gütigen und liebevollen Art offen für die Sorgen und Nöte ihrer Umwelt, nicht nur in der Familie, sondern ebenso in einem großen Kreis nah- und fernerstehender Menschen, und jeder fand bei ihr Verständnis und Zuspruch. Ihrer Toleranz entsprach ihr immer ausgleichendes Wirken. Ihre Selbstlosigkeit und Bescheidenheit, ihr humorvolles und warmherziges Wesen erwarben ihr Liebe und Achtung aller, die sie kannten.


Herbert Wirth
1907 - 1966

Herbert Wirth wurde am 27. September 1907 in Leipzig als Sohn des Kaufmanns Karl Wirth (geb. 1881) und seiner Frau Elsa geb. Schümichen (geb. 1884) geboren. Im ersten Weltkrieg, an dem der Vater von Anfang bis Ende teilnahm, traf die Familie ein harter Schlag, als das dritte Kind, Herberts Schwesterchen Edith, erst fünfjährig einem Herzfehler im Jahre 1916 erlag.

Nachdem Herbert die mittlere Reifeprüfung abgelegt hatte, erwarb er sich in der väterlichen Firma "Karl Wirth, Automobile" (gegründet 1910) eine gründliche kaufmännische und technische Ausbildung. Nach deren Abschluß war er bis zu seinem Tode in leitender Funktion als technischer Kaufmann in diesem Unternehmen tätig. Dieses war die älteste selbständige Handelsfirma in Leipzig, die vertragliche Verbindungen mit bedeutenden Automobilfabriken Deutschlands hatte und jahrzehntelang Großhändler der General Motors für den Bezirk Leipzig war.

Schon seit frühester Jugend war Herbert ein begeisterter Anhänger des Kraftfahrzeugsports und gleichsam als Ausgleich dazu der Reiterei. Mit 17 Jahren erwarb er den Führerschein und hat in zahlreichen motorsportlichen Konkurrenzen wertvolle Preise heimgebracht. Die besonderen Schwierigkeiten, denen die deutsche Automobilwirtschaft seit 1925 ausgesetzt war, verlangten von dem jungen, sehr schnell in eine verantwortliche Stellung aufgerückten Kaufmann den Einsatz seiner ganzen Fähigkeiten. Er hat diese Bewährungsprobe glänzend bestanden und wesentlichen Anteil daran, daß das Unternehmen bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges 1939 trotz aller zeitbedingten Schwankungen eine gute Entwicklung genommen hat und sich bei den Produzenten und bei den Kunden des besten Rufes erfreuen konnte.


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Zehnter Familientag Luyken

10. bis 12. Juni 1966 in Duisburg

Bericht von H. Luyken (XI 243 G), Gummersbach

"Seine Familie kann man nur lieben, und ein inniger Zusammenhalt ist der Familie und ihren Anverwandten nur möglich, wenn man sich gegenseitig gesehen und gesprochen und näher kennen gelernt hat. Dazu sollen uns die Familientage verhelfen."

Wenn die Luyken's und ihre Anverwandten diesen Satz von Onkel Adolf L. auf dem Familientag Wesel 1960 auch in Zukunft beherzigen, dann wird immer Wahrheit bleiben, was die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung - Duisburger Stadtanzeiger" am 9. Juni mit großen Lettern verkündete: "Uralte Familie behielt Schwung! Die Luyken's treffen sich in Duisburg!" Der Verlauf des 10. Familientages rechtfertigte diese Aussage, und mit welchem Schwung und Elan die Teilnehmer das Programm absolvierten, soll der nachstehende Bericht für diejenigen, die nicht dabei sein konnten, und auch für die Nachwelt festhalten.

Der Begrüßungsabend

Drückende Hitze lag seit Tagen über Westdeutschland und hielt manchen wegen der befürchteten Strapazen trotz Voranmeldung zuletzt noch ab, in die "Stadt Montan" zu kommen, aber ab 19 Uhr füllt sich der große Gesellschaftsraum der Sozietät mit Mitgliedern der Familie Luyken und Anverwandte. Wie gewohnt empfängt man Teilnehmerliste und Nummer am blau-weißen Band und sieht sich bald nach herzlicher Begrüßung in munteren Gesprächen, bei denen man sehr schnell alles erfahren kann, was in der großen Familie seit dem Treffen in Hamburg 1963 geschehen ist. Da viele gleich vom Zug oder vom Autoparkplatz hierher geeilt sind, stärkt man sich aus der guten Küche des Hauses, ehe Oswin L., der mit seiner Mutter Gladys und seiner Frau Doris den Familientag auf das Beste vorbereitet hatte, mit folgender humorvoller Ansprache die Teilnehmer begrüßt:

"Liebe Verwandte und Anverwandte! In Namen des Familienvorstandes und des Arbeitsausschusses möchte ich euch alle hier recht herzlich begrüßen und euch danken, daß ihr zu unserem 10. Familientag nach Duisburg gekommen seid; ganz besonders denen möchte ich danken, die eine sehr weite Reise auf sich genommen haben. Wir wissen, wie beschwerlich es heutzutage ist, in voller Eisenbahn oder auf voller Autobahn zu fahren, es ist keine Freude, und wer das tut, um hierher zu kommen, der zeigt, daß er doch großes Interesse an der Verwandtschaft und am Familientag hat, wofür wir recht herzlich danken. Besonders begrüßen möchte ich unsere liebe Tante Helene Breithaupt als einzige noch lebende Anverwandte der IX. Generation*). Leider muß ich fest-


*) Anm. des Schriftwarts: vgl. hierzu die Anm. in Band V Seite 13.





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