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Ludwigshafen, 27.1.2009

Ein dicker Hals ist verdächtig

Chefarzt Dr. Walter Luyken referiert beim Ärztlichen Kreisverband über die Struma-Behandlung

Sulzach-Rosenberg, 25.9.2008

Besonders in Bayern ist er keine Seltenheit, ausgelöst wird er vor allem durch Jodmangel - der Kropf, fachlich auch Struma genannt. Der neue Chefarzt der Allgemein-/Viszeralchirurgie am St. Anna Krankenhaus, Dr. med. Walter Luyken, nahm sich dieses Themas im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung des Ärztlichen Kreisverbandes Amberg-Sulzbach an.

Um das Jahr 1700 wurde der Kropf erstmals als Vergrößerung der Schilddrüse beschrieben, wusste Dr. med. Walter Luyken, seit 1. Juli neuer Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie am Sulzbach-Rosenberger St. Anna Krankenhaus, zu Beginn seines Vortrages zu berichten. 100 Jahre später etwa entdeckte man die positive Wirkung von Jod auf diese Erkrankung. Heutzutage gibt es in Deutschland über 100 000 Schilddrüsen-Operationen jährlich, die Sterblichkeitsrate liegt bei unter 0.05 Prozent.

Anhand anschaulicher Bilder und Grafiken erläuterte Luyken im Folgenden die Anatomie des im Hals befindlichen Organs. Im Anschluss zeigte er auf, wie man als Arzt mit Hilfe der klinischen Untersuchung eine Erkrankung der Schilddrüse feststellen kann, denn "vor alle Therapien haben die Götter die Diagnose gesetzt". Ein dicker Hals oder nervöses Verhalten sind hier nur die augenfälligsten Begleiterscheinungen einer Schilddrüsenerkrankung. Je nach Größe gibt es verschiedene Einteilungen des Ausmaßes des Kropfes, wobei hier auch subjektive Faktoren wie das Gewicht des Patienten eine große Rolle spielen.

Etwaige Knoten, die Verschiebbarkeit, Schmerzempfinden und eine eventuelle Vergrößerung der Lymphknoten erkennt der Arzt anschließend durch Betasten des Halses. Eine Sonographie, die Testung der gängigen Laborwerte, sowie eine Szintigraphie, eine Punktion und eine Röntgenaufnahme des Brustkorbes können zur genaueren Bestimmung angewendet werden.

Je nachdem, ob es sich bei dem Befund um gutartige oder bösartige Veränderungen des Gewebes handeln, entscheidet der Arzt nach Übereinkunft mit dem Patienten, ob eine Operation von Nöten und gewünscht oder nicht erforderlich ist.

Immer mehr geht dabei bei Operationen, laut Luyken, der Trend zu radikalen Resektionen, die die Schilddrüse nahezu bis komplett entfernen. Nach einem kurzen Exkurs über mögliche Komplikationen veranschaulichte der Referent anhand einiger Videobeispiele die Vor- und Nachteile verschiedener Operationstechniken.

Die richtige Vorgehensweise, sowohl bei der klassischen Methode, bei der für jeden sichtbar die charakteristische Halsnarbe zurück bleibt, als auch beim minimalinvasiven Eingriff über die Brustwarzen, brachte Luyken den anwesenden Ärztekollegen ebenfalls anhand eines kurzen Videoausschnittes näher.

Die im St.-Anna-Krankenhaus praktizierte Form der Schilddrüsenoperation versucht, den Einschnitt am Hals möglichst klein zu anzusetzen, um auch die spätere Größe der Narbe möglichst gering zu halten. Mit einem kurzen Ausblick auf die Nachbehandlung eines Kropfes beendete Dr. med. Walter Luyken seinen Vortrag und stellte sich abschließend den Fragen einiger Kollegen.

Quelle: Oberpfalznet.de



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