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Ein dicker Hals ist verdächtig
Chefarzt Dr. Walter Luyken referiert beim Ärztlichen Kreisverband über die Struma-Behandlung
Sulzach-Rosenberg, 25.9.2008
Besonders in Bayern ist er keine Seltenheit, ausgelöst wird er vor allem durch Jodmangel - der Kropf, fachlich
auch Struma genannt. Der neue Chefarzt der Allgemein-/Viszeralchirurgie am St. Anna Krankenhaus,
Dr. med. Walter Luyken, nahm sich dieses Themas im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung des Ärztlichen
Kreisverbandes Amberg-Sulzbach an.
Um das Jahr 1700 wurde der Kropf erstmals als Vergrößerung der Schilddrüse beschrieben, wusste
Dr. med. Walter Luyken, seit 1. Juli neuer Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie am
Sulzbach-Rosenberger St. Anna Krankenhaus, zu Beginn seines Vortrages zu berichten.
100 Jahre später etwa entdeckte man die positive Wirkung von Jod auf diese Erkrankung. Heutzutage gibt
es in Deutschland über 100 000 Schilddrüsen-Operationen jährlich, die Sterblichkeitsrate liegt bei
unter 0.05 Prozent.
Anhand anschaulicher Bilder und Grafiken erläuterte Luyken im Folgenden die Anatomie des im Hals befindlichen
Organs. Im Anschluss zeigte er auf, wie man als Arzt mit Hilfe der klinischen Untersuchung eine Erkrankung der
Schilddrüse feststellen kann, denn "vor alle Therapien haben die Götter die Diagnose gesetzt". Ein dicker Hals
oder nervöses Verhalten sind hier nur die augenfälligsten Begleiterscheinungen einer Schilddrüsenerkrankung.
Je nach Größe gibt es verschiedene Einteilungen des Ausmaßes des Kropfes, wobei hier auch subjektive Faktoren
wie das Gewicht des Patienten eine große Rolle spielen.
Etwaige Knoten, die Verschiebbarkeit, Schmerzempfinden und eine eventuelle Vergrößerung der Lymphknoten
erkennt der Arzt anschließend durch Betasten des Halses. Eine Sonographie, die Testung der gängigen Laborwerte,
sowie eine Szintigraphie, eine Punktion und eine Röntgenaufnahme des Brustkorbes können zur genaueren Bestimmung
angewendet werden.
Je nachdem, ob es sich bei dem Befund um gutartige oder bösartige Veränderungen des Gewebes handeln, entscheidet
der Arzt nach Übereinkunft mit dem Patienten, ob eine Operation von Nöten und gewünscht oder nicht erforderlich
ist.
Immer mehr geht dabei bei Operationen, laut Luyken, der Trend zu radikalen Resektionen, die die Schilddrüse
nahezu bis komplett entfernen. Nach einem kurzen Exkurs über mögliche Komplikationen veranschaulichte der Referent
anhand einiger Videobeispiele die Vor- und Nachteile verschiedener Operationstechniken.
Die richtige Vorgehensweise, sowohl bei der klassischen Methode, bei der für jeden sichtbar die charakteristische
Halsnarbe zurück bleibt, als auch beim minimalinvasiven Eingriff über die Brustwarzen, brachte Luyken den
anwesenden Ärztekollegen ebenfalls anhand eines kurzen Videoausschnittes näher.
Die im St.-Anna-Krankenhaus praktizierte Form der Schilddrüsenoperation versucht, den Einschnitt am Hals
möglichst klein zu anzusetzen, um auch die spätere Größe der Narbe möglichst gering zu halten.
Mit einem kurzen Ausblick auf die Nachbehandlung eines Kropfes beendete Dr. med. Walter Luyken seinen
Vortrag und stellte sich abschließend den Fragen einiger Kollegen.
Quelle: Oberpfalznet.de
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