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Chronikblätter 1980 (Band VI)
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Ludwigshafen, 23.3.2008



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mußte Kurt sie ins Krankenhaus bringen, wo sie zwei Tage später von ihren Leiden erlöst wurde. Ihrem Wunsche entsprechend wurde sie in Wiesbaden eingeäschert und dort auf dem Südfriedhof beigesetzt. Allen Menschen, die ihre Fröhlichkeit, ihr starkes Mitempfinden und ihre treue Freundschaft kennenlernten, wird sie unvergeßlich bleiben.


Am 7. Dezember 1979 verschied in Hamburg

Albert Haensel

Albert Haensel wurde am 30. Juni 1901 in Neumünster geboren. Seine Eltern waren der Kaufmann Ernst Haensel und seine Ehefrau Magda geb. Christensen.1) Er verlebte in Neumünster eine glückliche Kindheit in Gesellschaft seiner beide Geschwister - der Bruder Bruno war 2 Jahre und seine Schwester 4 Jahre jünger als er. Leider verlor er seinen von ihm sehr geliebten Vater bereits im Alter von 10 Jahren. Die Mutter zog mit den Kindern nach Hamburg - dort machte er mit 18 Jahren sein Abitur. - Er war früh in die Vaterrolle für seine beiden Geschwister hineingewachsen, verdiente durch Stundengeben wesentlich zum Unterhalt der Familie hinzu. - Das Vermögen war durch den Krieg verlorengegangen. Er machte eine Lehre in einer Exportfirma durch, danach bewarb er sich bei der Exportfirma André & Co. in Hamburg und blieb dort bis zu seinem 68. Lebensjahr tätig. Mit 21 Jahren wurde er schon zum Prokuristen ernannt. - Er zeichnete sich in der Firma durch Fleiß und Zuverlässigkeit und kollegiales Wesen aus. Es herrschte ein besonders schöner Kontakt zwischen den Familien der leitenden Angestellten und zu seinem Chef. Viele Geschäftsreisen brachten ihn ins Ausland z. B. nach Indien; wo er einmal Gelegenheit hatte, bei einem Festessen "Sirikit" als Tischdame neben sich zu haben. "Sie sei reizend gewesen in der Unterhaltung!" - Von Manila sprach er begeistert und überhaupt befinden sich von seinen Reisen viele schöne Gegenstände in seiner Wohnung. - Als die erste Telefonverbindung mit Manila zustande kam, wurde dieses Gespräch von seiner Firma geführt. Er lernte durch seinen geliebten Beruf viele Menschen kennen. Seine Leidenschaft war das Sammeln von Briefmarken - er konnte sich stundenlang damit entspannen. -

Nach Verlobung im Dezember 1928 heiratete Albert am 6.7.1929 in Berlin Lichterfelde-West Ilse Kühn (XI 254), die am 25.1.1904 in Süchteln geborene Tochter des Großkaufmanns Hermann Kühn und seiner Ehefrau Hulda geb.


1) Ernst Haensel geb. 25.6.1869 zu Salzwedel, gest. 16.7.1910 in Neumünster, Magda geb. Christensen geb. 25.8.1872 zu Flensburg, gest. 5. Mai 1954 zu Hamburg-Neugraben.





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Leuken, einer Tochter des Apothekers Carl Leuken (IX 131 Leu) Süchteln.2) Aus der Ehe sind in Hamburg 4 Kinder hervorgegangen: Am 25.4.1931 wurde der Sohn Erich geboren, der aber schon im Alter von fast 2 Jahren zum äußersten Leidwesen seiner Eltern starb;3) Am 12.12.1932 kam die Tochter H. auf die Welt, die spätere Ehefrau von H. J. B., Hamburg; Am 2.4.1936 wurde der Sohn Helmut geboren, verheiratet mit Eva geb. Schneider, und am 18.9.1938 die Tochter Irene, die mit Richard Alan Millard verheiratet ist. - 5 Enkelkinder waren sein Stolz! Im Krieg hatte Albert's Firma in Polen eine Filiale eröffnet und er war dort tätig, bis er zum Militär eingezogen wurde. Die Militärzeit verbrachte er in der Kaserne in Hamburg. Am Ende des Krieges geriet er in Niendorf an der Ostsee in Gefangenschaft. Aufgrund seiner Sprachkenntnisse konnte er sich aber bald nach Hamburg zu der Familie absetzen. - Es begann der Wiederaufbau. Die Wohnung war trotz 7-mal Bombenschaden stehengeblieben. Es folgten viele schöne Jahre, in denen er seine Freude an den Kindern und ihrer Entwicklung hatte. Gemeinsame Reisen mit seiner Frau brachten ihn nach Amerika, Italien und zuletzt im August 1978 Nach Norwegen bis zum Nordkap. Diese Reise hat Albert noch recht genossen, obgleich sein Gedächtnis versagte. - Im November 1978 hatte er einen leichten Schlaganfall, den er nicht restlos überwand. - Zu Ostern 1979 kam er ins Krankenhaus und vor dort ins Pflegeheim. Hier wurde an seinem Bett Tag der Goldenen Hochzeit gefeiert.4) Er fühlte sich sehr wohl dort und wurde gut betreut. - Sehr geduldig nahm er sein Schicksal auf sich und hatte bis zuletzt eine starke Ausstrahlung seines Wesens auf alle Menschen. Trotz seiner Gedächtnisschwäche hielt er wenige Tage vor seinem Ende dem Pflegepersonal einen Vortrag über Menschenrechte. Dieses zeigte noch einmal seinen hohen Bildungsstand. Er ist von allen Menschen geachtet und geliebt worden. Ilse darf mit großer Dankbarkeit auf eine 50jährige Ehe zurückschauen. Im Dezember 1979 erlöste ihn ein sanfter Tod im Pflegeheim Lokstedt.




2) Hermann Kühn, Teilhaber und Direktor der Glaswerke Gebr. von Streit G. m. b. H. Berlin geb. 3.2.1865 zu Dresden, gest. 29.1.1941 zu Berlin Lichterfelde-West, Hulda geb. Leuken geb. 13.9.1876 zu Süchteln, gest. 2.1.1958 in Hamburg.
3) Am 22.2.1933, vgl. den Nachruf in Bd. II S. 116.
4) Vgl. den Bericht in Bd. VI S. 246.


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