Familienverband Luyken



Chronikblätter 1956 (Band IV)
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Ludwigshafen, 19.4.2011



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Langgestreckte Fuß des T's als Tenne mit den Viehstallungen im rechten Winkel zum Hauptgebäude gebaut wurde. Beiderseits jener Tenne standen sonst Kühe und Pferde. Zu unseren Festtagen hatte Gladys eine herrliche Abendtafel für uns etwa 50 Personen aufgebaut, (etliche Verwandte hatten schon am Abend zuvor unser Zusammensein des Berufes wegen verlassen müssen), sie mit herbstlichem Laub und letzten Astern geschmückt. Der Blick in die einzelnen Tierboxen war in mühevoller Arbeit längs der Tafel mit frischem Birkengrün verdeckt und, damit dem Wohle der Gäste nichts fehle, war auf die Tenne zum Warmhalten der Füße mächtig viel Stroh geschüttet worden. Einige Wärmesonnen bestrahlten uns von oben.

Sollte man sich da etwa nicht nach all dieser so sichtbaren und rührenden Fürsorge als Gast wie "daheim" gefühlt haben?

Das fröhliche Lachen und die angeregte Unterhaltung verstummte hörbar nach dem Servieren der kräftigen Erbsensuppe mit Wurst. Den vorzüglichen Wein - wahlweise auch Bier - hatte der Hausherr aus seinem guten Weinkeller gespendet.

Das Bild der festlich geschmückten Tenne, das Stroh und Heu der letzten Ernte sichtbar im Gebälk über unseren Köpfen, die langgestreckte Familientafel unter dem weißbläulichen Schein einer Anzahl Neonröhren, dies alles war so ein aus dem allgemeinbürgerlichen Leben fallender Rahmen für ein Zusammensein einer großen Familie; es wirkte auf mich für Augenblicke ganz unwirklich. Ich glaube aber, wir standen alle mehr oder weniger je nach Temperament und Anlage, im Banne dieser einmalig schönen Stunden, die Krönung der vergangenen 3 Tage waren.

Nach den mehrfach gehaltenen Reden der Senioren, aber auch der jüngeren Generation, dem Dank für die geleistete Arbeit im Festausschuß und der vielen Mühen von "Chronik-
Walter" (Düsseldorf) war es uns allen ein Bedürfnis, endlich auch einmal in sichtbarer Form Gladys und Walter unseren Dank abzustatten. Sie hatten sich in wirklich rührender Weise der Vorbereitung und Durchführung der Tage angenommen. Dabei hatten wir wohl alle empfunden, mit welchem Charme Gladys als Hausherrin fungiert und Walter "seine große Schar" immer wieder zu lenken und leiten gewußt hatte.

Dies war zu Beginn gewiß nicht ganz leicht! Laßt Euch die Tage von Beginn an erzählen!

Am ersten Abend kamen wir im Saal des neuerbauten Hotels in Wesel zusammen. Und da, wo wir uns vielfach nur nach den ausgegebenen Nummern und der dazu gehörigen Liste erkannten, schufen schon die Begrüßungsworte von Walter einen ersten Konnex. Er bat, da wir durch Blut oder Heirat doch alle miteinander verbunden seien, uns gleich zu duzen. Eine Schranke, erheblich größer als man gemeinhin glaubt, fiel, und schnell und ungezwungen war





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wir das vorzügliche Essen ein. Und gemäß der Tradition folgte nach der Suppe die erste Rede, später schlossen sich bis zum Servieren der Eisbombe noch weitere an.

Dabei wurde einem doch noch einmal in diesen besinnlichen Minuten so richtig klar, welche Bedeutung Familientreffen haben. In allen möglichen Vereinen und Versammlungen findet man sich heutzutage zusammen, aber man kann wohl die Familienverbände suchen, die den Mut und den Willen aus sich heraus haben, einmal für eine Reihe von Stunden zusammenzukommen, sich wirklich untereinander kennenzulernen, und damit die äußere Verbundenheit wieder aufzunehmen, die durch das Blut gegeben ist. Welche Gedankenfülle ergibt sich noch daraus!

Tanz und fröhliche Unterhaltung gab diesem festlichen Tag den Ausklang.

Am Montag unternahmen wir dann die anfangs schon geschilderte Autobustour zu den Wasserburgen, die am Abend Endziel und Höhepunkt auf Gut Ruhhof fand.

Eine letzte warme Welle, das Verbundensein mit den anderen, schlug allen Teilnehmern beim Verabschieden und Auseinandergehen entgegen.

Ich nahm dies als ein kostbares Geschenk mit in meinen Alltag und danke jedem, der mich dies spüren ließ.






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alte und junge Familenmitglieder sich wieder zusammenfanden, alte Beziehungen erneuert und neue Beziehungen geknüpt wurden, an den Familienrat, auf dem so manches wichtige und ernste Wort gesprochen wurde, an die tiefbesinnliche, ergreifende Gedenkstunde an der Stätte unserer Vorfahren im Willibrordi-Dom und schließlich an den den Mittelpunkt des Familientages bildenden so harmonisch verlaufenden Festabend auf Schloß Raesfeld. Nach der schönen und interessanten Fahrt durch das niederrheinisch-westfälische Land mit seinen Wasserburgen, unvergeßliche Eindrücke verbunden sind, seinen wir nun zum Abschluß des Familientages wieder - wie vor 30 Jahrenv- um Gladys und Walter Luyken zu herzhaftem Mahle vereint. Ihnen beiden, die die Hauptlast aller Vorbereitungen getragen und uns diesen unvergeßlichen Abschiedsabend bereitet hätten, gelte aller Teilnehmer besonderer Dank, als dessen Ausdruck eine mit Blumen gefüllte Vase überreicht und abschließend auf das Wohl der lieben Gastgeber und auf ein frohes gesundes Wiedersehen auf dem nächsten Familientag die Gläser erhoben wurden.

Carl Kleemann, Hamburg, der leider 1 ½ Tage den Veranstaltungen fernbleiben mußte, freute sich ganz besonders, diesen Abschiedsabend wieder mitmachen zu können, zumal er, wie er als ältester Teilnehmer in seinen Dankesworten ausführte, zum ersten Mal in sehr späten Jahren zu einem solchen Familientag gekommen sei, so viele Verwandte neu kennengelernt habe und mit ihnen auch über die alten Zeiten auf Landfort sowie über seine beiden Schwestern habe sprechen können. Es fiele ihm sehr auf's Herz, daß er es in früheren Jahren wegen vielen Dienstes nie habe schaffen können, zu einem Familientag zu fahren, und daß daher auch leider seine inzwischen verstorbene Frau hier unbekannt geblieben sei. Carl sprach alsdann nochmals Walter Luyken, Düsseldorf, für seine ausgezeichneten Chronikblätter seine besondere Anerkennung aus.

Nunmehr dankte als einer der jüngeren Generation Johann Wilhelm Luyken, Reinbek, den Senioren der Familie für alles, was sie bisher getan haben, um den Junioren das alte Erbe zu bewahren, es lebendig und verständlich zu erhalten und es ihnen so zu übergeben. Er dankte auch für das so wohlgelungene Familientreffen, das ja ebenfalls zur Hauptsache ihr Werk sei, mit dem Besuch der alten Familienstätten und der schönen Wasserburgen, die alle eine große Tradition in sich trügen und so auch allgemein den bedeutsamen Wert der Ueberlieferung aufzeigten. Johann Wilhelm bat noch, auch in der kommenden Zeit bis zum nächsten Familientag die neuen Verbindungen durch gelegentliche Besuche oder Briefwechsel zu pflegen, und schloß mit einem Hoch auf alle Senioren und Seniorinnen.

Jetzt war der Reden genug getan. Nach und nach begaben wir uns nun in die Wohnzimmer, und dort überließ man sich angesichts der Ahnenbilder wieder so gern dem Hauch der Tradition, der durch


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Mit herzlichen Wünschen für ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr

Adolf Luyken     Walter Luyken.


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